… ? …
Archived Posts from this Category
Archived Posts from this Category
Posted by rene on 06 Dez 2010 | Tagged as: ... ? ...
Ab und zu muss man mal eben ne Ausnahme machen. Dachte sich die spanische Regierung. Und hat es ihren Fluglotsen mal so richtig gezeigt!
Also, was tun wenn ein Streik nicht so verantwortungsvoll geführt wird wie das in Deutschland üblich ist und genau dort ansetzt, wo den Profitmachern Macht demonstriert werden kann? Was tun wenn sich Gewerkschaften statt um Internetüberwachung mal um die tatsächlichen Belange ihrer Arbeitnehmer kümmern? Genau, man unterstellt den Laden dem Militär, ruft den Ausnahmezustand aus und droht dann einfach jedem, der nich wieder fleissig arbeitet, mit jahrelangem Knast.
Verständlich, schliesslich wollten ausländische Tpuristen in ihren Urlaub und auch Spanier auch in ihren Urlaub und wer nicht noch alles auch irgendwohin. Pakete bleiben sicher auch irgendwo liegen, wichtige ‘just-in-time’-Produkte kommen ‘just-too-late’.
Und auch für Kreuzfahrturlauber kommt es nicht gut, wenn mal kein Flieger geht. Die Passagiere können hier nicht von Bord, die neuen kommen nicht pünklich an. Klar, das war für alle etwas stressig, mal eben zwei Tage lang in Teneriffa zu bleiben und dann zu hoffen, dass irgendwann wieder ein Flieger geht. Auch die Route ist komplett durcheinander, alles eben anders als geplant.
Darum, Ausnahmezustand. Und wer nicht wieder an die Arbeit geht, geht in Knast. Solln die doch froh sein, dass die nicht nach Militärrecht sofort gekillt werden – ein hoch auf den demokratischen Normalzustand!
Posted by rene on 19 Okt 2010 | Tagged as: ... ? ...
Grad noch nen Urlaub in Schweden verbracht, und dabei an Lieder aus alten Zeiten erinnert worden. Und wenige Tage später klingelt das Telefon und durch den Hörer fragt jemand: “Wie spontan sind Sie denn?”. Gute Frage. Ja, wie spontan bin ich eigentlich?
Nun, trotz der aktiven Erholung (!) inclusive Vortragsreise und Umzugsausflug hat der Sommer ja nun doch irgendwie sein Ende gefunden. Es gab viel Sonne, viele liebe Menschen und doch insgesamt zu wenig Zeit. Sogar zum hacken bin ich wieder mal gekommen – nur die entsprechenden Blogeinträge fehlen irgendwie.
Na, manchmal muss man eben wieder. Wieder Schreiben, genauso wie wieder Boot fahrn. Beides mach ich nun, mal schauen wie regelmässig. Weil ich so spontan bin!
Posted by rene on 13 Sep 2009 | Tagged as: ... ? ...
Geht ja ab wie immer bei euch da drüben, da waren wohl die Einsatzkräfte vom Demokonzept nich wirklich überzeugt. Vielleicht dann doch wieder mal anderen Angst machen? Grüße an alle die für mich und alle Schnarchnasen mit demonstriert haben.
Posted by rene on 18 Jul 2009 | Tagged as: ... ? ...
Nach einem herrlichen Strandfest letzte Woche musste ich mir diese Woche natürlich noch ein extra Geburtstagsgeschenk machen. Hab ja nun fleißig alle notwendigen Zettel zusammengesammelt und darum durfte ich nun endlich ein eigenes Moped haben. Auch wenn ich’s nicht geschafft habe, das vorhandene von Indien hier her zu organisieren – ein anderes tut’s ja auch.
Also, sieben Unterschiede sind zu finden. Oder mehr, wie ihr wollt…
Und es gibt auch Gemeinsamkeiten. Hab ich doch auch bei meinem ersten Bike in Indien genau das gleiche erlebt. Dort zwar gleich bei der ersten Fahrt, aber ich konnte auch diese Woche melancholisch werden. “Benzinhahn auf, und die Brühe läuft nur so raus. Schit.” Genau, nur dass hier keine zwei Kühe später ein experte vorbei kam. Ich war kurz vor Torfbrücke und durfte das erste mal seit über einem Jahr Enfield basteln. Yeah.
Aber gefahren bin ich seit dem auch, klar. Und macht Spaß, war genau die richtige Wahl. Und vielleicht gibts auch noch ne Enfield-Tour im Sommer, mal sehen. Erstmal gehts allerdings ganz klassisch mit dem Auto von Mami in Urlaub. Slovenien, Berge, Wandern, Kroatien, Meer, Schwimmen. Muss ja auch mal sein, Urlaub im Urlaub!
Posted by rene on 06 Apr 2009 | Tagged as: ... ? ...
Zu Hause, wieder. Angekommen in Rostock. Ganz Deutschland geniesst die Sonne, Berlin testet schon die Modelänge der Miniröcke des kommenden Sommers aus, aber Rostock bleibt noch cool. Leichter norddeutscher Nebel lässt die Sonne milder wirken als anderswo.
Mich störts nicht, ich bin froh wieder hier zu sein. Und für 2,5 Wochen Normalität zu spielen. Ist eindeutig zu kurz meine Zeit hier…
Posted by rene on 29 Mrz 2009 | Tagged as: ... ? ...
Ja, ich bin zurück. Und hab schlechte Laune. Draussen ists grau, nachts wird allen eine Stunde zum Schlafen geklaut, und dann dies:
Beim Betteln beobachtet: Amt kürzt Sozialhilfe
Wilkommen daheim!
Posted by rene on 22 Mrz 2009 | Tagged as: ... ? ..., Zur See
Also ich bin in Paris, soviel steht fest. Mittendrin der Eiffelturm, daran ists leicht zu erkennen. Drumherum und ebenso mittendrin sind viele Touristen, wieder mittendrin bin ich. Aber irgendwie war das doch anders geplant, so mit Frühlingswärme, Sonne sitzen und Bier trinken.
Stattdessen graue Regenwolken, bittere Kälte, Sibirien! Bibbernd Reste des Sonnekönigs bestaunen (glaub ich, hab gesehen wie die Polizei am Luvre einen großen Plastiksack entsorgt hat!) und Eiffelturm von unten mit Leuchtreklame “limited visibility” angaffen. Boot fahren, Indisch essen, ein Tourist der Touristen beglotzt. Und sich fragen stellt…
Wer hat all den ganzen Kram hier gebaut, wo ist das Arbeiterdenkmal? Ist das baroke Herz Frankreichs am elegant-bourgeoisen Auftreten der Franzosen (an sich!) Schuld? Brauch ich wirklich ne neue Kamera, wo doch offenbar alles und jedes tausendfach fotographiert wird? Ist die Weltwirtschaftskrise(tm) schuld an der Kälte? Wann bin ich eigentlich hier? = Wann ist Frühling? = Wo ist Frühling?
Zuviele Fragen, drum Tatsachen. Ich fahr morgen mit meiner Liebsten (die ich in Paris treffe, aha) nach Nantes und werde dort den Frühling suchen. Genau. Es ist doch herrlich!
Posted by rene on 14 Mrz 2009 | Tagged as: ... ? ..., Zur See
Frühling, ja auch hier ist der angekommen. Frühling, das ist die Jahreszeit, wo die Sonne sich entschließt nich mehr so lange auf die Südhalbkugel zu gucken und dafür mal nen längeren Blick in die Nordhälfte zu wagen. Was mir hier egal sein könnte, denkt ihr! Außer letzte Woche im November ist ja immer Sonne hier. Klar.
Aber im Moment guckt sie hier von oben, soll heißen das sie sich mehr oder weniger den Äquator direkt von oben anschaut. Oder besser, Frühlingsanfang ist eben die Zeit, wo der Äquator keinen Schatten wirft. Allerdings zeigen sich kurz davor und kurz danach andere Schatten, zum Beispiel bei unserem Telefonsatelliten. Weil der ja auch über dem Äquator ist, stellt sich die Sonne nun einmal am Tag direkt dahinter und spielt mit unserer Satelliten-Antennen-Ausrichtung. Weil die, sobald sie erstmal die Sonne entdeckt hat, viel lieber den ganzen Nachmittag auf die Sonne schaut denn auf den Satelliten.
Nun, jedenfalls hab ich nun nach mehreren Tagen endlich begriffen, wie ich das ganze System mit Sonne, Erde und Satelliten austrickse und mich praktisch gegen die Naturgesetze stelle, schon ist der Spuk vorüber. Frühlingsanfang ist heute vorbei, glaubt mir, die Sonne hat es in den Norden geschafft. Auch wenn das nur der Norden des Satelliten ist, mir solls gleich sein. Für mich ist Frühling.
Frühling hier, bald auch Frühling in Europa, da werde ich doch mal lieber anfangen meinen Rucksack zu packen, um dieses Ereignis auch in Frankreich und Deutschland mitzubekommen. Die letzten Tage hoffe ich noch ein paar Ausflüge zu machen, Mopedfahren war ich schon (St. Maarten, schön das!), heute in Grad Cayman durch kristallklares Wasser spaziert und vielleicht trink ich noch mal nen Rum in Tortola. Und dann reicht es aber auch, wird wieder mal Zeit für Realwelt! Wie ich mich freu…
Posted by rene on 07 Jan 2009 | Tagged as: ... ? ..., Zur See
Ja nun bin ich also schon das dritte mal in Panama. Und schon über nen Monat an Bord, unglaublich. Da wurde’s auch Zeit mal wieder frische Landluft zu schnuppern und vor allem die Mittagspause zu nutzen um im ersten Supermarkt am Platze (also der nächste von der Pier aus, etwa 150m) Süsses zu kaufen um mich selbst zu beschenken. Lecker, Cadbury Toffees, fein.
Das Angebt an Leckereien hier an Bord ist nämlich überschaubar. Zugegeben, alle die von euch schon Jahre auf Containerdampfern die Weltmeere kreuzweise gemacht haben würden in unserer Crewbar große Augen bekommen, mir selbst gehen Haribo und MundMs so langsam als einzige Zuckerquellen aufn Geist. Übrigens, auch finanziell ist eine Betrachtung der Süssigkeitenversorgung ganz interessant. So kann ich für 5 Euro ganz locker in der Crewbar ne Saalrunde an Drinks geben, was auch so üblich ist bei Betreten derselben. Fürs selbe Geld bekomm ich allerdings gerade mal eine Packung Haribo oder MundMs, okok, Familiengröße (man fragt sich immer wer in der Familie alles was abbekommt wenn man die Packungen sieht!).
Aber ich bin vom Thema abgekommen. Denn eigentlich wollt ich doch schreiben dass ich nun schon mehrfach in der Freiheit war, wenn man das “Draussen” mal als solche bezeichnet. Durch Willemsburg auf Curacau gelaufen, nach zwei Stunden festgestellt dass das sicher mal ein gemütliches kleines Dorf war, welches nun durch parallel etwa 3 Kreuzfahrtschiffe die da immer mal liegen völlig eingenommen wird. Aber festen Boden unter den Füssen, Cola mit Eis im Strassen-Cafe und ein kaum vermeidbarer Blick auf Kreuzfahrtschiffe. Aber schön, wirklich. Und ich in Zivil, herrlich. Natürlich nicht lang genug, normalerweise würde ich warten bis die Schiffe ablegen und dann die Stadt erkunden
Sonst, ich hattes fast vergessen, gabs hier ne Silvesterparty. Mit Feuerwerk, klar. Aber danach etwas angetrunken übers Schiff laufen und niemand da der einen mit Knallern bewirft! Herrlich! Wo gibts sowas noch?
Als Kommunikationsmensch war ich natürlich dafür zuständig, dass eine Countdown-Uhr die übers Schiffsdeck projiziert wurde die Minuten Sekunden und so bis Mitternacht zählt. Ausgeführt wurde die Arbeit vom zweiten Kommunikationsmensch, und schwierig war sie deshalb, weil wir die Uhr ja nicht nur laufen lassen, sondern auch stellen mussten. Also wurde in einem Arbeitsmeeting am Nachmittag vom kompletten Kommunikationsteam ein Zeitvergleich mit allen verfügbaren Quellen vorgenommen, Gangabweichungen durch die Schiffsbewegungen wurden vorkalkuliert und letztendlich wurde die Uhr gestellt.
Um einige Stunden später falsch zu gehen.
Ok, nur ein paar Sekunden Abweichung zu wasauchimmer, aber doch genug dass wichtige Gäste sich in ihrer Feierlaune beeinträchtigt fühlten. Mann kauft ja keine tausend Euro teure Uhr nur um dann am einzigen Tag des Jahres, wo es auf die Sekunden ankommt im falschen Moment anstossen zu müssen.
Glücklicherweise haben wir uns an Bord vorher drauf geeinigt, dass alles nach meiner (unserer) Pfeife, äh, Uhr tanzt, und das neue Jahr begann genau im richtigen Moment. Die meisten werden gar nicht merken, dass dieses Jahr etwa 45 Sekunden kürzer ist als andere gleichartige, aber ich werd mich dran erinnern. Dass ich einmal in meinem Leben verantwortlich dafür war, wann alle anderen schlagartig zu Feiern anfangen. Herrlich, ein Hoch auf die Hierarchien!
Posted by rene on 31 Dez 2008 | Tagged as: ... ? ..., Zur See
Und immer noch ist alles neu, obwohl ich nun schon fast nen Monat an Bord bin. Nicht, dass hier die Zeit schneller läuft, aber trotzdem ist alles recht schnell vergangen. Ich hab mich zwar noch nicht wirklich an die Uniform gewöhnt, wird auch nie passieren, der auf dem Bild bin ich nicht! Aber sonst kenne ich nun schon einige der Abläufe an Bord. Und ich finde meine Kabine bereits selbst, auch ne Leistung! Und die CrewBar, klar.
Aber eigentlich, das ging recht schnell mit dem geographischen zurechtfinden. Und ich hatte ja zwei Wochen Zeit, mich mit allem vertraut zu machen. Uwe, der sich auf seinen verdienten Weihnachtsurlaub gefreut hat, hat mich eingearbeitet. Zwei Wochen, immerhin mehr als nix. Und, seit nun auch schon wieder fast zwei Wochen bin ich selbst verantwortlich dafür, dass hier alles läuft was auf so nem modernen Schiff an Kommunkations-Technik notwendig ist.
Das ist recht anspruchsvoll, schon weil es für mich als Neuling gut mal zwei Tage dauern kann bis ich herausbekomme wo welcher Schalter ist und wozu der da sein soll. Gibt zwar Pläne für (fast) alles, aber durchsucht mal die Kabelpläne von 13 Stockwerken nach den richtigen Details. Ohne Erfahrung dauert hier alles etwas, aber man hat ja Zeit eigentlich.
Denn was ich nicht heute schaffe, schaffe ich sicher morgen. So klar war mir das noch nie, aber hier an Bord wird jeden Tag gearbeitet. Jeden Tag, egal ob Sonn- oder Feier- oder Montag. Immer heisst es früh um 7 aufstehen, immer heisst es abends 18Uhr Abendbrot. Nur das Auslaufen des Schiffes bringt etwas Abwechslung in den Alltag, da muss ich zu unterschiedlichen Zeiten prüfen ob alles o.k. ist auf der Brücke. Also auch mal nach 18Uhr, oder davor. Damit wir sicher auslaufen können. Und zwischen 18Uhr und 7Uhr hab ich Bereitschaft, wenns piept darf ich auf die Brücke rennen…
Nun, die Regelmässigkeit der Abläufe ist krass, klingt etwas wie Knast und fühlt sich manchmal auch so an. Aber ich sollte nicht klagen, prinzipiell habe ich schon ‘ne Menge Freiheiten. Ich kann an Land, wenn meine Arbeit das zulässt und ne Vertretung da ist. Und das werd ich demnächst auch mal machen, bisher war immer irgendwas los, nach 4 Wochen Karibik noch keinen Schritt an Land gemacht. (Upps, gerade eben doch mal für 20 Minuten raus, yeah)
Ansonsten ist das Leben an Bord ok, die Kollegen sind nett, ich komm mit den meisten gut klar (meist geh ich ganz gerne hin, doch da bleibt so ein Gefühl…). Oben bei den Gästen treib ich mich nicht so gern rum, ist mir zu formal und ich fühl mich nicht wirklich wie in meiner Freizeit wenn ich da in Uniform rumlaufen muss. Für die Crew gibts ne CrewBar, die ist ganz ok. Nicht wirklich originell, aber es gibt billig Alkohol (Becks, Radeberger). Also etwa so wie ne 0815-Eckkneipe in nem Aussenbezirk. Und weil jeden Tag Kneipe auch nicht so doll ist, verbring ich die Abende oft auf meiner Kabine und schau nen Film und schlaf dabei ein. Internet gibts auch nicht wirklich, paar Terminals mit WWW-Zugang, hmmm. Egal, muss ich mit klar kommen, die Tage sind sowieso kurz wenn man arbeitet, irgendwie. Und manchmal gibts ja von Land aus freies WLAN, darauf ein Juhuuu!
Freizeit geht also einigermassen (is ja nicht so viel), Arbeit ist auch ok. Da immer wieder neue Leute an Bord anfangen, wundert sich hier niemand wirklich dass da einer ohne langjährige Erfahrung dazwischen rumspringt. Nur der Kapitän – ‘sad little king of a sad little hill’ – motzt mit täglicher Regelmässigkeit an mir herum. Das nervt, schliesslich mach ich ne gute Arbeit und kann nix machen wenn die Technik mal hier mal da streikt. So ist der Lohn eines stressigen Tages oftmals die Erklärung vom Chef des Ganzen, das man eben nix kann. Er muss es ja wissen. Egal, ich bekomm ja Geld, vermutlich genau um sowas auszuhalten. Und gibt ja auch noch andere Könige, hab aber schon gehört die sollen teils noch krasser sein, brrr.
Also, alles neu. Manches geht verloren im alten Jahr, ich nicht. Und ich hab mich auch nicht wirklich geändert, äusserlich vielleicht. Und ich freue mich, dass meine Erinnerung an die andere Welt da draussen nich so schnell verblasst, etwas Heimweh hab ich schon. Ihr könnt wissen dass ich vieles was / viele die ich grad so daheim gelassen habe gern bei mir hätte. Geht nicht, aber bald wieder… sicher!
Euch erstmal ein herrliches neues Jahr, mir etwas später auch und ich werde euch nicht vergessen, auch wenn ich nicht so oft hier im blog schreiben kann wie gedacht. Behaltet mich erstmal in Uniform-freier guter Erinerung – Grüße aus Grenada.